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Jusos Kreisverband Rastatt / Baden-Baden

Rainer Arnold, MdB, informiert über den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan

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Im Herbst will die Bundesregierung das deutsche Mandat in Afghanistan um 1000 Soldaten auf dann 4500 aufstocken. Im Parlament sorgt der Einsatz der Streitkräfte immer wieder für lebhafte Diskussionen. Um sich auch als Bürger ein Bild über den aktuellen Stand der Dinge in Afghanistan machen zu können, hatte der Juso Kreisverband Rastatt/Baden-Baden am Sonntag, 21. September, zu einer Veranstaltung mit Rainer Arnold, MdB und verteidigungspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, ins Jugend- und Kulturzentrum nach Baden-Baden eingeladen.

Mit einem umfassenden Überblick über die deutschen Interessen in der Außen- und Sicherheitspolitik ins Thema gestartet, spannte Rainer Arnold den Bogen zur Lage in Afghanistan, um über die Erfolge des deutschen Einsatzes, aber auch über dessen Schwierigkeiten zu informieren. Er verwies in seinem Vortrag auf die internationale Verantwortung Deutschlands als eine der größten Wirtschaftsnationen und machte deutlich, weshalb er für eine weitere Truppenaufstockung plädiert: „Die Menschen in Afghanistan brauchen unsere Unterstützung. Wenn wir unsere Truppen jetzt abziehen, überlassen wir den Terroristen das Feld. Das wäre sicherheitspolitisch eine Katastrophe.“ Er verwies darauf, dass viele Regionen Afghanistans heute stabil sind, über ein Wirtschaftswachstum von nahezu 10 Prozent verfügen und sich auch eine überwältigende Mehrheit der Afghanen seriösen Umfragen zufolge die Anwesenheit einer internationalen Schutztruppe im Land wünscht. In diesem Zusammenhang plädierte Arnold für einen ehrlichen und offenen Dialog um die Entsendung deutscher Soldaten ins Ausland. Während tragische Verluste oft im Gedächtnis der deutschen Bevölkerung hängen blieben, fielen zahlreiche Fortschritte im Aufbau des Landes unter den Tisch. „Die Bundeswehr steht in Afghanistan vor großen Herausforderungen. Wir müssen Klartext reden und dürfen uns nichts vormachen: Es handelt sich um einen komplexen Militäreinsatz. Wir können dabei nicht einfach von Gewinnern und Verlierern sprechen.“ In der anschließenden Diskussion mit dem buntgemischten und zahlreich erschienenen Publikum kristallisierte sich heraus, vor welch schwierige Lage die internationale Schutztruppe gestellt ist. Das Verhältnis zu Pakistan fand ebenso Erwähnung wie der nur schleppend anlaufende Aufbau der afghanischen Landwirtschaft, einst Schlüsselindustrie des Landes. „Es freut mich zu sehen, wie über diesen Einsatz diskutiert wird, denn die Aufgabe der deutschen Soldaten ist noch nicht abgeschlossen“, so Mark Zanger, Kreisvorsitzender der Jusos Rastatt/Baden-Baden. „Rainer Arnold hat uns noch einmal eindringlich verdeutlicht, weshalb Soldaten ins Ausland geschickt werden und welche Rolle sie dort übernehmen.“ Zanger wünscht sich von der Gesellschaft und den Parlamentariern die Kraft, den Einsatz am Hindukusch solange zu tragen und zu unterstützen, wie er von der afghanischen Bevölkerung gewünscht sei und sich als notwendig erweise, um die Region zu stabilisieren. „Deutschland hat ein Interesse am Wohlergehen Afghanistans. Das bedeutet auch, dass wir populistischen Forderungen nach einem Truppenabzug ein klares Nein erteilen.“

 
 

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