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Jusos Kreisverband Rastatt / Baden-Baden

Offene Diskussion des Juso KV Rastatt/Baden-Baden anlässlich des Internationalen Frauentages am 8. März 2010

Allgemein

Am 8. März 2010 fanden 21 Gäste den Weg in das SPD-Kreisbüro Rastatt, um anlässlich des Internationalen Frauentages ihre Meinungen und Erfahrungen zum Thema „Gleichstellung über drei Generationen hinweg“ auszutauschen.
Eine besondere Neuerung war, dass sowohl Frauen wie auch Männer aller Altersgruppen sich zu dieser offenen Runde einfanden und lebhaft über dieses vielschichtige Thema diskutierten. Damit wurde der häufig vorhandene Eindruck beiseite geräumt, es sei bereits alles über dieses Thema gesagt.
„Es ist umso wichtiger, diese Themen mit den jungen Frauen heute zu besprechen, um daran zu erinnern, dass alle heute gegebenen Möglichkeiten noch vor fünfzig Jahren für Frauen kaum bis nur ansatzweise vorhanden waren und dass noch immer genug Vorurteile in der Gesellschaft bestehen, gegen die wir kämpfen müssen. Natürlich müssen wir hervorheben, wie sich die Situation im Vergleich zu früher gebessert hat, aber wir dürfen deshalb noch nicht anfangen, uns auf dem Errungenen auszuruhen“, so Juso-Kreisvorstandsmitglied Constanze Erhard, die die Veranstaltung initiiert und geleitet hatte.

Gerade unterschiedliche Erziehungsvorbilder, die noch immer altmodischen Klischees folgen, tragen entscheidend dazu bei, dass Frauen auch heute eher darauf bedacht sind, „brav“ zu sein und „möglichst wenig aufzufallen“, sodass Männer, die weniger Hemmungen haben, ihre Ansprüche einzufordern, im Vorteil sind.
Besonders negative Entwicklungen lassen sich laut allgemeinen Beobachtungen auf dem Arbeitsmarkt verzeichnen, wo Teilzeitarbeitsverhältnisse und Minijobs für immer mehr Frauen die Regel sind. So hat sich die eigentlich beabsichtigte Integration von Familie und Beruf eher zu einer Falle für Frauen entwickelt, die später nicht mehr in Ganzzeitarbeitsverhältnisse zurückkehren können oder denen Aufstiegschancen verwehrt bleiben. Zudem ist noch immer die gesellschaftliche Meinung die, dass Frauen mit den Kindern zu Hause bleiben sollten; Männer, die sich dieser Aufgabe widmen, werden von Kollegen schief beäugt und verzichten deutlich unfreiwilliger auf aussichtsreiche Karrierechancen.
„Klassische Frauenberufe im Erzieher- und Fürsorgebereich müssen aufgewertet werden, damit auch mehr Männer in diese Bereiche gehen. Solange diesen Berufen so wenig Bezahlung der Fall ist, wird die Arbeitswelt weiter in zwei Teile mit unterschiedlichem Geschlechtergepräge zerfallen“, so Kreisvorsitzender Stricker.
Das Fazit fand sich schließlich in der Notwendigkeit familienfreundlicher Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik.
„Abschaffung von Minijobs, Verstärkung der Kinderbetreuungsangebote, Einführung von Mindestlöhnen und Verkürzung von Arbeitszeit, damit beide Elternteile genug Zeit haben, sich gleichermaßen dem Kind zu widmen, stehen hier an oberster Stelle. Ebenso ist eine Reform des gegenwärtigen Ehescheidungsgesetzes notwendig“ lautete das Resümee der Diskutierenden, die sich zuvor angesichts der aktuellen Scheidungsregelung auf die ernüchternde Feststellung „Für junge Frauen wird ein Ehemann zum Luxus“ geeinigt hatten.
Der oberste Grundsatz in diesem Zusammenhang: „Jede junge Frau muss finanziell unabhängig werden und danach trachten, stets auf eigenen Füßen stehen zu können.“

 
 

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